Corona Virus aktuelle Lage 21.4.2020

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Liebe Gemeindeglieder und Freunde,


aus Vernunftgründen und wegen des hohen Ausbreitungspotenzials des Virus sind bis auf Weiteres alle Zusammenkünfte unserer Gruppen und Kreise sowie Gottesdienste abgesagt. 
Im Moment gilt immer noch das Stichdatum bis einschließlich 15. Juni 2020. Im Moment beraten die Kirchenleitungen und die Landesregierung, ob ab Mitte Mai wieder Gottesdienste im kleinen Rahmen (ca. 15 Personen) und unter Schutzmaßnahmen stattfinden können. Ob wir mit unseren räumlichen Bedingungen in unseren Kirchen die Auflagen erfüllen können, ist im Moment noch unklar.

Aktuelles:

Die Beerdigungen werden weiter durchgeführt, nach den aktuellen Regelungen der Landesregierung nur im Freien und nach teilweisen Personenzahlbeschränkungen.

Bei den Verwandten, zum Verstorbenen in gerader Abstammungs-Linie stehenden Personen, wie beispielsweise Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder oder in häuslicher Gemeinschaft miteinander lebende Personen sowie deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner oder Partnerinnen und Partnern, gibt es keine Personenbegrenzung mehr.

Der Geistliche ist auf den teilnehmenden Personenkreis nicht anzurechnen. Bestatter und weitere Helfer sind ebenso nicht anzurechnen, wenn sie mit der Trauergemeinde nicht in Kontakt stehen. Die Zahl anderer Personen (Geschwister!) ist in jedem Fall auf fünf begrenzt.

Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass nach wie vor Erdbestattungen stattfinden können. Auch bei infizierten verstorbenen Personen, hier gelten dann bestimmte Sicherheitsvorschriften.

Besuche unseres Pfarrers sind wegen des Verbreitungsrisikos und den vorhandenen Risikozielgruppen weiterhin auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. Die Jubilare werden entweder angerufen oder bekommen eine Grußkarte mit einem entsprechenden Hinweis über die momentanen Kontaktmöglichkeiten.

Unser Pfarrer versucht, mindestens mit den regelmäßigen Gottesdienstbesuchern in telefonischem Kontakt zu bleiben. Bitte rufen Sie an, wenn Sie Gesprächsbedarf haben!
 
Bis auf Weiteres läuten die Glocken jeweils um 10.00 Uhr für zehn Minuten an unseren Kirchen und laden zum Gebet ein. Die Seelsorgeeinheit Billigheim-Neudenau-Schefflenz hat sich dem angeschlossen.

Unser Pfarrer ist nach wie vor telefonisch oder per Mail erreichbar, das Pfarramt muss jedoch wegen dem potenziellen Ansteckungsrisiko für den öffentlichen Zugangsverkehr geschlossen bleiben.

Vermehrt kommen Nachfragen wegen der bereits ausgemachten Trauungen. Leider sind wir im Moment noch nicht in der Lage zu überblicken, was im Juli / August dieses Jahres sein wird. Sollten sich relevante Änderungen ergeben, informieren wir die Betroffenen.

- Bis auf Weiteres werden wir keinen Gemeindebrief produzieren, da auch die Verteilung über unsere angestammten Austräger mit Risiken behaftet ist. Sobald sich die Gottesdienstlage in möglicher und praktikabler Weise geklärt hat, werden wir einen Gemeindebrief erstellen und euch zukommen lassen. Bitte nutzt so lange den Billigheimer Boten als Medium für aktuelle Nachrichten oder unsere Internetseite.

Besondere Aktionen:

- Gottesdienstangebote in den Medien:

Wir merken in diesen Zeiten, dass das gottesdienstliche Geschehen mit all seinen Interaktionen nur schwer zu ersetzen ist. Wir können es schlicht nicht leisten, Ihnen da einen vollwertigen Ersatz anzubieten. Mittlerweile gibt es neben den öffentlich-rechtlichen Gottesdienst Angeboten auch im Internet viele verschiedene Gottesdienste zum Mitfeiern. Auch die Evangelische Landeskirche in Baden bietet über www.ekiba.de Live – Gottesdienste an. Entscheiden Sie, was Ihnen zusagt, wo sie sich geborgen und angesprochen fühlen.

- Besondere Aktionen unserer Familiengottesdienst- und Jungscharteams

- Wir freuen uns über die Aktion unserer Familiengottesdienst und Jungscharteams Sulzbach, dass unsere Kinder und Jugendliche Steine der Hoffnung an unseren Kirchen auslegen. Die Mauern an unseren Kirchen sind bunt und lebendig geworden! Den Aufruf dazu findet ihr auch auf unserer Gemeinde Internetseite.

- Weiterhin läuft auch noch die Aktion Pappteller Regenbogen für die Bewohner des ASB-Seniorenzentrums in Mosbach zu basteln. Wir haben in einer ersten „Lieferung“ elf Pappscheiben an die Senioren übergeben, die jetzt in den einzelnen Zimmern die Fenster zieren. Die Senioren bedanken sich herzlich!

Wer noch mitmachen möchte, darf das gerne tun und die Regenbogen am Pfarramt ablegen oder einwerfen. Den Aufruf dazu findet ihr auch auf unserer Gemeinde Internetseite.

- Zu Ostern haben die Familien- und Kindergottesdienst Teams aus Billigheim einen besonderen Osterimpuls für Kinder und Jugendliche gestaltet, der auf unserer Internetseite angesehen werden kann. Die Geschichte über die „Wundersame Verwandlung“ lädt zum Mitbasteln und Mitmachen ein! Das Video ist wie immer unter dem Menüpunkt Video zu finden.

 - „An andere Denken“

Unser Familiengottesdienst- und Jungscharteam Sulzbach hat ein neues Erzähl- und Mitmachvideo für Kinder und Jugendliche in unserer Kirche produziert. Nach der wundersamen Verwandlung der Raupe in der letzten Woche aus Billigheim geht es diese Woche um die Sintflutgeschichte aus Genesis 6. Der Regenbogen als ein Hoffnungszeichen, den wir auch schon bei der Bastelaktion für die Altenheimbewohner aufgenommen haben, soll uns dieses Mal Kraft und Hoffnung für andere Zeiten geben. Irgendwann.

Das Video ist wie immer unter dem Menüpunkt Video zu finden.

Rezepte und Anleitungen finden sich hier auch als Download. Ihr könnte Regenbogencookies oder Regenbogencupcakes backen oder Gruß - Postkarten schreiben.

 Herzlichen Dank an alle aus den Teams, die sich Ortsübergreifend Gedanken machen und solch tolle Aktionen gestalten!

- Geistlicher Impuls:

 
Wochenspruch zum Sonntag Miserikordias Domini („Barmherzigkeit des Herrn“): Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11a.27–28a)

Liebe Gemeindeglieder und Freunde,

 
Ist die Pandemie eine Strafe Gottes für die Menschheit? Für ein globales System, das fast keine Grenzen mehr kennt? Für eine Welt, in der der Glaube an Gott immer weniger und Egoismus und ein nach Autorität suchender Nationalismus immer mehr eine Rolle spielen?

Solche Fragen sind in letzter Zeit öfters mal in Seelsorgegesprächen am Telefon oder in meinem Email Posteingang aufgetaucht.

Fragen, die mich beschäftigen - neben allen besonderen Regelungen und Veränderungen, die wir in unserer Kirchengemeinde im Moment zu tragen, zu überblicken und zu vermitteln haben.

Im Mittelalter hätte man solche Fragen einfach und klar mit einem „Ja“ beantwortet. Ja, der Mensch ist schuld daran. Weil er nicht mehr richtig glaubt und sein Vertrauen zunehmend auf andere Gewissheiten im Leben setzt. Weil er uneinsichtig ist und nur durch Strafe seine Gewohnheiten von selbst verändert.

Ich glaube nicht an den Gott, der dem Menschen immer nur mutwillig und in böser Absicht Steine in den Lebensweg legt. Der ständig nur Böses schickt und straft. Der nichts vergisst und alles bis ins Kleinste und über viele Generationen hinweg penibel abrechnet.

Nein, das ist nicht der, dessen Botschaften ich zu verkündigen habe.

Schon in der Schöpfungsgeschichte ist für den Menschen ein freiheitlicher Zug angelegt, den Gott den Menschen bis heute zugestanden hat. Ich setze euch in diese Erde, damit ihr sie bebaut, bewahrt und pflegt. Mit allen Freiheiten, mit allen Risiken und mit allen Chancen und Pflichten.

Was ist also die Ursache dieser Pandemie? Vielleicht die scheinbar grenzenlose Freiheit des Menschen. Eine Freiheit und Bequemlichkeiten, die der zivilisatorische Fortschritt und das menschliche Ego im Lauf der Jahrhunderte immer mehr als grenzenlos interpretiert und ausgelebt haben.

Die Freiheit, alles essen zu können. Die Freiheit und Bequemlichkeit ziemlich schnell überall hin auf der Welt zu kommen. Wohin uns diese Freiheiten auch führen können, haben wir schon in der Klimadebatte spüren können. Nun hat sich ein neues Feld aufgetan: Gesundheit und Wohlergehen der Menschen.

Ich glaube an den Gott, der die Menschen bedingungslos liebt. Der die Fehler, die wir Menschen – ob bewusst oder nicht – machen, nicht eins zu eins mit Strafmaßnahmen vergilt. Der beisteht und begleitet, auch in Phasen der selbst verschuldeten Krisensituationen. Der trägt und stützt, gerade weil er weiß, dass wir Menschen so angelegt sind und Freiheit und Autonomie gern als grenzenlos interpretieren.

Dieser Gott geht mit mir, auch dann wenn mir schmerzlich bewusst wird, dass Freiheit auch seine Grenzen hat. Dass wird vielen unter uns dieser Tage wieder bewusst.

Möge dieses Bewusstsein anhalten und die Gewissheit, dass wir in Gottes Arme immer wieder zurückkommen können.

(Tagesimpuls „Kirche in der Krise“ in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.04.2020)


Bitte bleibt weiterhin gesund und bleibt weiter behütet unter Gottes Segen!
Diese Regelungen sind auf dem Stand vom Dienstag, den 21. April 2020, es können noch weitere Veränderungen erfolgen!



Herzliche Grüße auch Namens des Kirchengemeinderats


 
Pfarrer Oliver Schüle